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Unterscheidung zwischen Sagen, Märchen, Legenden und Mythos

Sagen
Der Begriff Sage steht für volkstümliche Geschichten, die oft aus dem Volk selbst entstehen und zunächst mündlich überliefert werden. Diese können, aber müssen nicht einen historischen Kern haben. Aber zu einer Sage gehört eine klare Aussageabsicht, die in der Zeit ihrer Aktualität verstanden wurde und heute womöglich nicht mehr einfach nachvollziehbar ist, denn die Lebens- und Denkgewohnheiten der Menschen haben sich über die Jahrhunderte laufend verändert. Hinzu kommt, dass Sagen im Laufe der Zeit ausgeschmückt und/oder umgestaltet wurden. Grundsätzlich aber steht der Realitätsanspruch einer Sage über dem eines Märchens. Sagen sind – anders als Märchen – eng verbunden mit einem Ort oder einer Region oder einer Datierung sowie mit einer strengen Scheidung zwischen dies- und jenseitigem Bereich.

Märchen
Märchen ist der Begriff für eine Literaturgattung. Es handelt sich meistens um eher kurze Erzählungen, ausgeschmückt mit surrealen und wunderbaren Elementen. Märchen können in der Regel nicht einem Ort oder einer Region zugeordnet werden, sie bleiben frei von solchen Bindungen, um in erster Linie durch eine allgemeingültige Botschaft zu wirken. Daher bleiben auch die Urheber von Märchen unbestimmt. Sie wurden zunächst über teilweise grosse Zeiträume hinweg mündlich überliefert, weswegen sie in zahlreichen Varianten aufzutauchen pflegen, bis sie irgendwann „gesammelt“ und schriftlich festgehalten wurden. Nicht selten enthalten sie anonymisierte Sagenstoffe.

Legenden
Anders als die Sage ist die Legende ein Bericht über ein tatsächliches Ereignis, der zur frommen Erbauung des Lesers erfasst und wiedergegeben wurde. Ganz ursprünglich beschreiben Legenden das Leben Heiliger.

Mythos
Hierbei handelt es sich um eine kollektive Sichtweise oder Weltanschauung unter Verwendung religiöser Symbole und Metaphern. Ob ein Mythos auf Inhalten beruht, die als irrational einzustufen sind, oder aber auf Wirklichkeitserfahrungen verweist, die jenseits rationaler Erfassbarkeit liegen, ist dabei umstritten.

 
   

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