Brei, Eintopf und Suppen
Der allgegenwärtige Brei in manchen Haushalten war Brei das Hauptnahrungsmittel drei- bis viermal täglich und das bis weit in das 18. Jahrhundert hinein, bis er durch die Kartoffel ersetzt wurde. Nicht nur im Mittelalter ernährten sich die ärmeren Menschen von Brei. In der Römerzeit hatte der Status des Breis eine Wandlung erfahren: Vom Lebensmittel für alle wurde er zur Speise für die Armen. Dabei darf man den Brei nicht mit unserer heutigen Vorstellung von Brei vergleichen: Er war sehr steif bis schnittfest, nicht breiig im Sinne des Wortes, wie wir es heute verstehen.
Wie Brei ist uns Eintopf aus frühesten Zeiten bekannt, und ebenso wie dieser war er vornehmlich eine Armenspeise, bis er durch kostbare Zutaten zur Fürstenspeise avancierte. Weltweit köchelten die Kulturen ihre Eintöpfe in einem Topf über einem stetig flackernden Feuer Araber und Chinesen verwendeten dazu einen doppelten Topf: Oben wurde Reis oder Couscous gegart mit den aufsteigenden Dämpfen der darunter, in einem zweiten Topf kochenden Gemüsesorten und Fleisch.
Dass der Eintopf so beliebt war, hat auch einen praktischen Grund die Küchen des Mittelalters selbst fürstliche und herrschaftliche Küchen besassen nur eine offene Feuerstelle später den Kamin , über der ein grosser Kessel an einer schwenkbaren Vorrichtung angebracht war. Nichts war einfacher, als alle Zutaten, die man erstehen konnte, in den Topf zu geben und damit eine starke Brühe über Tage zuzubereiten die, je nach Geschmack der neu hinzugegebenen Zutaten, täglich ein wenig anders schmeckte.
Die Suppe war im Mittelalter meist ebenfalls ein dicker Brei, nicht dünnflüssig
wie heute. Der Suppenbrei wurde mit Fladen und Brot aufgetunkt und so als Hauptmahlzeit gegessen. Diese Suppen würden wir heute eigentlich eher Gemüsebreis bezeichnen.
An reich gedeckten Tafeln wurden Suppen im Mittelalter als letzter und nicht als erster Gang in der Speisenabfolge gereicht. Solche Suppe sollte dann die Verdauung anregen, darum Vorsicht mit alten, ungetesteten Suppenrezepten! Die in diesem Kochbuch aufgeführten Suppenrezepte allerdings sind zwar nahrhaft, aber auch harmlos und erprobt!
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Victorinox und bio-familia
Textquelle:
Tell kocht!, iTS Buchverlag