Username *
Password *
an mich erinnern

Reisen & Entdecken

Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Wer im Mittelalter krank wurde, hatte nichts zu lachen, denn statt Tabletten verordneten die Ärzte Brühen, hergestellt aus ungewöhnlichen Zutaten, die heute in der Medizin wohl keine Verwendung mehr finden.

von Florencia Figueroa

Vor Operationen, die die Erkrankten mit grosser Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht überlebten, wurden sie mit Tollkirschen betäubt. Auch für kleinere Wehwehchen hatte die mittelalterliche Medizin ganz spezielle Rezepte parat: Unterschenkelgeschwüre mussten gemäss dem «Lorscher Arzneibuch », das zu Lebzeiten Karls des Grossen (748–814) geschrieben wurde – dem ältesten erhaltenen Buch zur Klostermedizin aus dem Frühmittelalter – mit einer Mixtur aus Schafdung, Käseschimmel und Honig behandelt werden. Nach nur zwanzig Tagen sei die Wunde vollkommen geheilt. Hoch im Kurs standen im Mittelalter auch die Kräuterhexen. Zu ihnen pflegte die Bevölkerung jedoch eine zwiespältige Beziehung: Auf der einen Seite war man ihnen dankbar, dass sie einem halfen, auf der anderen Seite waren sie den Menschen nicht geheuer, da sie über Zauberkräfte zu verfügen schienen. Dennoch vermochten die Kräuterhexen mit ihrem Wissen die Menschen zu faszinieren – und auch heute noch finden sich immer wieder Personen, die gerne mehr über die Heilkunst dieser Frauen erfahren möchten. Wer den Kräuterhexen auf ihren Spuren folgen möchte, kann dies im Schloss Wildegg im Kanton Aargau tun. Dort gibt es die Führung «Dagegen ist kein Kraut gewachsen», bei der Interessierte auf einen Streifzug durch den Schlossgarten mitgenommen werden. Dort lernt man die Heilkraft verschiedener Pflanzen kennen und wie man aus ihnen ein heilendes Elixier herstellt. Eine gute Gelegenheit also, um zu erfahren, ob Rosen wirklich eine antiseptische Wirkung haben, Dill gegen Nasenbluten hilft und Olivenöl sich für die Heilung alter Wunden eignet.

Preise

Erwachsene Fr. 14.–, Lehrlinge und Studenten (bis 26 Jahre) Fr. 10.–, Kinder (6 bis 16 Jahre) Fr. 8.–. Für die Führungen, die zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden dauern, bezahlen Gruppen zwischen Fr. 150.– und Fr. 280.–, je nachdem, für welches Angebot man sich entscheidet. Die Führung «Dagegen ist kein Kraut gewachsen » kostet Fr. 300.– für Gruppen bis maximal 15 Personen und dauert zwei Stunden.

Öffnungszeiten

April bis Oktober, jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Informationen

Museum Aargau
Schloss Wildegg
Effingerweg 5
5103 Wildegg
Tel. 0848 871 200
www.schlosswildegg.ch


 2446,    15  Apr  2016 ,   Reisen & Entdecken
bluebrowncustomgreenorangepinkredturquoiseyellow