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Reisen & Entdecken

Kaviar aus dem Kandertal

Das Tropenhaus Frutigen züchtet Sibirische Störe für die Fleisch- und Kaviarproduktion. Auf diese Weise sollen die Wildbestände geschützt werden.

von Florencia Figueroa

Kaum zu glauben, aber Kaviar war früher die Nahrung armer Leute. Störe gab es damals in Massen, im Meer und in Süsswassergewässern. Bis ins 19. Jahrhundert waren sie in europäischen Gewässern weit verbreitet. Doch ihr Fleisch und vor allem ihre Eier schmeckten den Menschen viel zu gut, weshalb die Störe fast restlos ausgefischt wurden. Einer der teuersten Kaviare der Welt, der sogenannte Beluga-Kaviar, stammt denn auch von einem Stör, der einst auch in Europa beheimatet war: Der Europäische Hausen (Huso huso) gilt als der grösste Stör der Welt und kann bis zu acht Meter lang und zwei Tonnen schwer werden. Ein Kilo Beluga-Kaviar erhält man ab 8000 Franken. Um den Geschmack des Kaviars voll auszukosten, sollte er mit einem Gold- oder Plastiklöffel gegessen werden. Viel Kaviar assen die Khediven, ein iranischer Volksstamm, der dem Kaviar auch den Namen gab: «CahvJar», «Kuchen der Freude», nannten sie die Speise, die aus dem Bauch der Störe kam. Fischeier nennt man Rogen, aber nur diejenigen, die aus dem Stör stammen, gelten als Kaviar.

Seit über 250 Millionen Jahren bevölkern die Störe die Erde. Natürliche Feinde haben diese Urtiere nicht. Zum Verhängnis wurden ihnen einzig die Menschen. Um die Wildbestände nicht weiter zu gefährden, setzt der Handel vermehrt auf Züchtungen. Auch die Schweiz hat diesen Wirtschaftszweig für sich entdeckt. So werden beispielsweise im Tropenhaus Frutigen seit 2005 Sibirische Störe für die Fleisch- und Kaviarproduktion gezüchtet. Als Lebensraum für die Zuchtstöre wird Regen- und Schmelzwasser genutzt, das nach dem Durchsickern durch die Kalkschichten mit zwanzig Grad aus dem Lötschberg fliesst. Das Tropenhaus vertreibt unter dem Label «Swiss Alpine Caviar» mehrere Kaviarsorten. Allerdings liefert der Produzent nur in die Schweiz. Die Preise für den Kaviar richten sich nach Sorte und Menge und bewegen sich zwischen dreissig und zweitausend Franken pro Kilo.

Preise

Erwachsene Fr. 20.–, Senioren/Lehrlinge/Studenten (17 bis 25 Jahre) Fr. 15.–, Kinder und Schüler (6 bis 16 Jahre)/Menschen mit Behinderung Fr. 10.–.

Öffnungszeiten

Tropenhaus: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 23 Uhr. Ausstellung: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr (letzter Eintritt 17 Uhr). Restaurant Terrasserie: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 23 Uhr. Oona – das Restaurant: Mittwoch bis Samstag von 18 bis 23 Uhr, Sonntag von 11.30 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr.

Informationen

Tropenhaus Frutigen
Tropenhausweg 1
3714 Frutigen
Tel. 033 672 11 44
www.tropenhausfrutigen.ch


 2075,    07  Mär  2016 ,   Reisen & Entdecken
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