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Reisen & Entdecken

Säntis: Seit hundertsiebzig Jahren gezähmt

Ob als Tagesausflug oder Höhepunkt eines Urlaubs in der Ostschweiz: Der 2502 Meter hohe Säntis lockt mit verschiedenen Angeboten jedes Jahr mehrere tausende Besucher. Die Wetterwarte, wo einst ein Mord geschah, wurde 1969 automatisiert.

von Florencia Figueroa

Einst hat ein bekannter Alpinist auf die Frage: «Warum steigen Sie auf Berge?» geantwortet: «Weil sie da sind.» Reinhold Messner, von dem die Rede ist, war nicht der Erste, der dem Ruf der Berge folgte. Die Begeisterung für die Berge entfachte sich in der Schweiz bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Interesse am Bergsteigen wussten sich andere zunutze zu machen. Als Pionier der Innerrhoder Berggastronomie zum Beispiel gilt Johann Jakob Dörig, genannt «Schribersjok». Schon 1845 erbaute er auf dem Säntis die Schutzhütte «Grand Hôtel Thörig». Im ersten Jahr übernachteten dort sechshundert Gäste. Von diesem Erfolg beflügelt, baute Dörig fünf Jahre später das erste Gasthaus und legte damit den Grundstein für die bis in die heutige Zeit andauernde Säntiswirtetradition. Seinem Beispiel folgten bald andere Alpbesitzer, sodass gut gehende Alpsteinwirte-Dynastien entstanden. 1922 kam es auf dem Säntis aber zu einem Ereignis, bei dem zwei Menschen starben, nicht etwa weil ein Bergunfall geschehen wäre, sondern weil Gregor Anton Kreuzpointner die Eheleute Haas tötete. Sie waren auf dem Säntis, weil der Mann als Wetterwart angestellt war. Vier Tage dauerte es, bis schliesslich zwei Arbeiter die Leichen fanden. Der Schustergeselle Kreuzpointner floh, er irrte tagelang durchs Appenzellerland und erhängte sich drei Wochen nach der Tat in einer abgelegenen Alphütte. Warum er das Paar ermordete, ist ein Rätsel, das Kreuzpointner mit ins Grab nahm. Richtig viel los ist auf dem Säntis aber erst seit 1935. Damals eröffnete nach zweijähriger Bauzeit die Säntisschwebebahn. Die beiden Kabinen beförderten je 35 Passagiere, und der Fahrpreis betrug zehn Schweizer Franken. Die Freizeitangebote auf dem Säntis haben sich seither nicht nur verteuert, sondern auch vervielfältigt. Eine Möglichkeit, sich auf dem Säntis zu vergnügen, ist das Nordic Walking, eine Ausdauersportart, bei der das schnelle Gehen durch den Einsatz von zwei Stöcken im Rhythmus der Schritte unterstützt wird.

Preise

Die Nordic-Walking-Stöcke können im Shop in der Talstation gemietet werden. Die Miete beträgt Fr. 7.–. Die Dienste des Walking-Instruktors stehen Gruppen ab acht Personen zur Verfügung. Er organisiert eine auf die Gruppe abgestimmte Tour mit einem Rahmenprogramm.

Öffnungszeiten

In der Wintersaison (November bis April) bietet das Nordic Fitness Center Schwägalp, das sich im Hotel «Säntis – das Hotel» befindet, verschiedene Touren auf dem Säntis an.

Informationen

Säntis – das Hotel
c/o Säntis-Schwebebahn AG
9107 Schwägalp
Tel. 071 365 66 00
www.saentisbahn.ch


 1708,    07  Mär  2016 ,   Reisen & Entdecken
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